3. Human Centered Design
Im Mittelpunkt der Anforderungsanalyse stehen die Nutzer*innen
Die menschzentrierte Softwarentwicklung geht aus dem Fachgebiet Mensch-Computer-Interaktion (MCI), auf Englisch Human Computer Interaction (HCI), hervor. Sie beschäftigt sich - vereinfacht gesagt - mit der Kontaktzone zwischen Mensch und Maschine.
Warum Human Centered Design?
Ziel ist es, interaktive Systeme zu entwickeln, die eine möglichst gute User Experience erzielen. Diese ist definiert als die „Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/ oder der erwarteten Benutzung eines Systems, eines Produkts oder einer Dienstleistung resultieren” (ISO-Norm 9241-210 2019: 10)
Zu den Zielen der menschzentrierten Entwicklung gehören auch die Aspekte Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Sicherheit.
In der ISO-Norm 9241-210 von 2019 sind folgende Grundsätze der menschzentrierten Gestaltung festgehalten:
*- Die Gestaltung beruht auf einem umfassenden Verständnis der Benutzer, Aufgaben und Arbeitsumgebungen.
- Die Benutzer sind während der Gestaltung und Entwicklung einbezogen.
- Das Verfeinern und Anpassen von Gestaltungslösungen wird fortlaufend auf der Basis benutzerzentrierter Evaluierung vorangetrieben.
- Der Prozess sieht Iterationen vor.
- Bei der Gestaltung wird die gesamte User Experience berücksichtigt.
- Das Gestaltungsteam vereint fachübergreifende Kompetenzen und Gesichtspunkte.*
HCD im Projekt-Kontext
Im Rahmen des Projekts bediene ich mich verschiedener Methoden, die in der Tradition der menschzentrierten Entwicklung stehen. Denn die Interaktion zwischen Mensch und Maschine erfolgt immer in einem bestimmten Kontext und wird durch diesen beeinflusst: “What is central is a phenomenological viewpoint, in which all action, interaction, and knowlege is seen as embodied in situated human actors.” (Harrison 2007: 7)
Dieses Verständnis zeigt sich in der ausführlichen Analyse der Benutzer*innen und des Nutzungskontextes, die auch institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen einbezieht. Es geht darum, die Bedürfnisse und Anforderungen möglichst umfassend, genau und korrekt zu erfassen, um problem- und kontextadäquate Lösungen zu entwickeln.
Diskriminierende, ableistische Denk- und Interpretationsmuster können einem solchen Verständnis entgegenwirken, das zeigen Projekte und Vorhaben des Typs „gut gemeint, aber schlecht gemacht” immer wieder.
Eine Auseinandersetzung mit diesen Themen ist daher nicht nur im Sinne des Grundsatzes der Sozialen Verantwortung geboten, sondern auch essenziell für eine gelungene User Experience und damit für die Qualität des angestrebten Produkts.
Methoden und Techniken
- Interviews, direkte Zusammenarbeit, regelmäßige Feedbacks
- Einbinden unterschiedlicher Rollen innerhalb der Persönlichen Assistenz
- Ausführliche Stakeholder-Analyse
- User Profiles/ Personas
- Usability-Tests
- Szenarien (narrativ und modelliert)