7. Formalisierte Anforderungen
Was sind Anforderungen?
Anforderungen sind definiert als „eine Bedingung oder Fähigkeit, der ein System entsprechen muss" (Gabriel 2022[2]: 21). Sie werden in der Regel in natürlicher Sprache verfasst (vgl. Rupp 2014:216) und sollten konsistent und eindeutig sein.
Anforderungsschablonen, wie sie von Chris Rupp und Rainer Joppich in xxxxxxxx vorgestellt werden, helfen dabei, Anforderungen systematisch zu dokumentieren. Je formalisierter die Anwendung der Schablonen erfolgt, desto klarer treten die Anforderungen hervor und desto leichter lassen sich system- oder ablauftechnische Spezifikationen aus der Analyse ableiten.
Zum Zeitpunkt der Anforderungsanalyse sollten Anforderungen technisch lösungsneutral formuliert sein, um den Gestaltungsspielraum nicht frühzeitig einzuschränken.
Prozesswörter, Modalität und Vorbedingungen
Für einen hohen Grad an Formalisierung werden aussagekräftige Prozesswörter verwendet und Synonyme mit oder ohne Bedeutungsverschiebung vermieden.
Die Prozesswörter sind wie folgt definiert:
Tabellarische Abbildung folgt
Die Modalverben muss, sollte und wird legen unterschiedliche Prioritäten (in anderen Kontexten auch rechtliche Verbindlichkeiten) für die erfassten Anforderungen fest.
Für die Angabe der logischen, ereignisgebundenen und zeitlichen Vorbedingungen werden die von Rupp und Joppich in der semantischen Ausdifferenzierung der Schablonen empfohlenen einleitenden Konjunktionen falls, sobald und solange verwendet.
Funktionale Anforderungen
#Assistent*innen
#Benutzungsinteraktion
#Dienstplan
#Export
#Generierung
#Import
#Konflikte
#Nutzer*inneninteraktion
#Schichten
#Selbsttätige Systemtätigkeit
#Tags
#Verfügbarkeiten
#Zuschläge
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, auszuwählen, ob ein Dienstplan als Kalender- oder als Liste angezeigt werden soll.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Dienstpläne abzurufen und in verschiedenen Formaten zu exportieren.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, externe Dienstpläne zu importieren.
Solange der Dienstplan gültig ist, muss das System der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Schichtzeiten und Zuordnungen zu modifizieren.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Schichten zu erstellen und Kalendertagen zuzuordnen.
Sobald die dienstplanende Person eine Schicht erstellt hat, muss das System ihr die Möglichkeit bieten, Start- und Endzeit einzugeben oder auszuwählen.
Falls die Schichten nicht täglich gleich sind, muss das System der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, individuelle Schichten zu erstellen.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, bereits erstellte Schichten einzeln auszuwählen und zu bearbeiten.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Zuschläge für bestimmte Schicht-Zeitfenster zu erstellen oder auszuwählen und zu bearbeiten.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Kriterien für die Dienstplan-Generierung abzurufen, zu aktivieren oder deaktivieren und zu priorisieren.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Zuschläge für bestimmte Schicht-Zeitfenster zu erstellen und zu bearbeiten.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, eine Assistent*in bereits vor der Dienstplan-Generierung manuell einer Schicht zuzuordnen.
Sobald der Dienstplan generiert ist, muss das System der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, den generierten Dienstplan zu bestätigen, zu bearbeiten oder zu regenerieren.
Falls bei der Dienstplan-Generierung oder -Regenerierung Konflikte auftreten, muss das System der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Konflikte zu ignorieren oder zu behandeln.
Sobald der Dienstplan generiert ist, muss das System der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, den generierten Dienstplan in verschiedenen Formaten zu exportieren.
Falls die dienstplanende Person die Dienstplan-Generierung vorzeitig abbricht, muss das System fähig sein, die erfolgten Eingaben zu speichern und der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Dienstplan-Generierung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Verfügbarkeiten der Assistent*innen einzugeben.
Falls die dienstplanende Person ein Smartphone nutzt, sollte das System ihr die Möglichkeit bieten, die Verfügbarkeiten der Assistent*innen einzulesen.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Verfügbarkeiten der Assistent*innen zu importieren.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die eingegebenen, gescannten oder importierten Verfügbarkeiten zu bearbeiten.
Das System sollte der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, zusätzliche Wünsche der Assistent*innen bezüglich der Einsatzzeiten einzugeben, zu speichern und zu bearbeiten.
Das System muss der dienstplanende Person die Möglichkeit bieten, auzuwählen und zu bearbeiten, ob Assistent*innen ihre Verfügbarkeitsangaben priorisieren dürfen oder nicht.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Tags für Schichten mit besonderen Vorhaben zu erstellen oder auszuwählen und den Schichten und Assistent*innen zuzuordnen.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Tags allgemein oder für einzelne Schichten/ Schichttypen zu priorisieren.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, Assistent*innen-Profile zu erstellen.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, jeweils eine feste Zahl oder ein flexibles Stundenintervall an zu leistenden Arbeitsstunden für die Assistent*innen einzugeben oder auszuwählen und zu bearbeiten.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die geleisteten Stunden und die Stundendifferenz zu bearbeiten.
Das System muss der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, die Anzahl der vertraglich zugesicherten Urlaubstage für Assistent*innen einzugeben oder auszuwählen.
Das System muss alle Dienstpläne und ihre Änderungen speichern.
Sobald ein Dienstplanungszeitraum endet, muss das System die Verfügbarkeiten der abgelaufenen Planungszeiträume löschen.
Falls eine Assistent*in ausfällt, muss das System der dienstplanenden Person anzeigen, welche Assistent*innen ihre Verfügbarkeiten für die betroffenen Schichten angegeben haben.
Das System muss erstellte oder ausgewählte Zuschlagsfenster den Schichten automatisch zuordnen.
Sobald die dienstplanende Person eine Schicht erstellt hat, muss das System ihr die Möglichkeit bieten, Start- und Endzeit auszuwählen oder einzugeben.
Das System muss fähig sein, einen optimalen Dienstplan gemäß definierten Kriterien und deren Priorisierung zu generieren.
Falls die dienstplanende Person die Kriterien zur Dienstplan-Generierung bearbeitet, muss das System den Dienstplan gemäß den neuen Einstellungen generieren.
Falls mehrere gleichwertige Dienstpläne generiert werden können, sollte das System die entsprechende Anzahl anzeigen und der dienstplanenden Person die Möglichkeit bieten, alle Pläne abzurufen und eine Version auszuwählen.
Falls bei der Dienstplan-Generierung Konflikte auftreten, muss das System der dienstplanenden Person eine Auflistung der Konflikte, eine Einordnung ihres Schweregrads gemäß den Priorisierungseinstellungen und Optionen zur Konfliktbehandlung anzeigen.
Falls die dienstplanende Person einen generierten Dienstplan vor dem Bestätigen bearbeitet, darf das System nur solche Änderungen zulassen, die mit den Verfügbarkeitsangaben der Assistent*innen vereinbar sind.
Das System muss die Abweichungen der geleisteten Arbeitsstunden von den angelegten Arbeitsstunden der Assistent*innen bei der Generierung der Dienstpläne bestmöglich ausgleichen.
Falls die dienstplanende Person einen generierten Dienstplan vor dem Bestätigen bearbeitet, muss das System Hinweise auf entstehende Konflikte, deren Kategorie und Schweregrad gemäß den Priorisierungseinstellungen anzeigen.
Falls die dienstplanende Person einen aktuell gültigen Dienstplan bearbeitet, muss das System Hinweise auf entstehende Konflikte, deren Kategorie und Schweregrad gemäß den Priorisierungseinstellungen anzeigen.
Sobald die dienstplanende Person die Verfügbarkeiten einer Assistent*in einliest, muss das System sie den richtigen Kalenderdaten und Arbeitsschichten zuteilen und anzeigen.
Sobald die dienstplanende Person Verfügbarkeitsangaben importiert, muss das System die Verfügbarkeiten den richtigen Kalenderdaten und Arbeitsschichten zuteilen und anzeigen.
Solange nicht die Verfügbarkeiten aller Assistent*innen eingegeben sind, muss das System dies anzeigen.
Falls Arbeitsschichten nach Eingabe oder Import aller Verfügbarkeiten keiner Assistent*in zugeordnet werden können, muss das System fähig sein, eine entsprechende Benachrichtigung bereits vor der Dienstplan-Generierung anzuzeigen
Das System sollte den Assistent*innen die Möglichkeit bieten, ihre Verfügbarkeitsangaben zu priorisieren.
Das System muss die Verfügbarkeiten des laufenden Kalendermonats über die Dienstplan-Generierung hinaus speichern, um bei Ausfällen anzeigen zu können, welche Assistent*innen für eine Übernahme der betroffenen Schichten in Frage kommen.
Solange Tags bestimmten Schichten oder Assistent*innen zugeordnet sind, muss das System die Schichten und Assistent*innen gemäß korrespondierender Tags zuordnen.
Sobald die dienstplanende Person einen Tag einer Schicht zuordnet, muss das System ihr die Möglichkeit bieten, den Tag allen Schichten des gleichen Typs oder allen Schichten des gleichen Wochentags zuzuordnen.
Sobald die dienstplanende Person einen Tag einem bestimmten Schichttyp zuordnet, muss das System den Tag allen Einzelschichten des Typs zuzuordnen.
Solange ein Assistent*innen-Profil nicht gelöscht wurde, muss das System die geleisteten Arbeitsstunden speichern.
Falls die dienstplanende Person eine geplante Stundenzahl für die Assistent*innen eingegeben oder ausgewählt hat, muss das System die Differenz zu den geleisteten Arbeitsstunden anzeigen.
Falls die dienstplanende Person ein Arbeitsstundenintervall für die Assistent*innen eingegeben oder ausgewählt hat, muss das System die Stundendifferenz zu den Grenzen des Intervalls anzeigen.
Falls das geplantes Arbeitsstundenintervall einer Assistent*in unter- oder überschritten wird, muss das System eine entsprechende Benachrichtigung und die Höhe der Abweichung anzeigen.