Anforderungsanalyse

1. Die Domäne

Persönliche Assistenz und Dienstplanung im Überblick Eine ausführliche Darstellung der Persönlichen Assistenz, ihrer Organisation sowie ein Überblick über verschiedenen Varianten und Finanzierungsmöglichkeiten findet sich im Kapitel Persönliche Assistenz in Deutschland. Im Folgenden ist die Persönliche Assistenz im Hinblick auf den durch das Projekt adressierten Problembereich - die Dienstplangestaltung - als Domänenmodell dargestellt. Domänenmodelle haben zwar nur einen geringen Detaillierungsgrad, erreichen jedoch ein hohes Maß an Plastizität, welches insbesondere für die Kommunikation über Fachgrenzen hinweg hilfreich ist.

2. Stakeholder

Informanten für die Identifikation relevanter Anforderungen Unter einem Stakeholder versteht man eine „Einzelperson oder Organisation, die ein Anrecht, einen Anteil, einen Anspruch oder ein Interesse auf ein bzw. an einem System oder an dessen Merkmalen haben, die ihren Erfordernissen und Erwartungen entsprechen“. (ISO 9241-210 2019: 10) Die jeweils spezifischen Bedürfnisse der Stakeholder haben einen wesentlichen Einfluss auf die Formulierung von Anforderungen an ein System. Die Informatiker*innen und Expert*innen auf dem Gebiet Requirements Engineering Chris Rupp und Rainer Joppich bezeichnen Stakeholder daher als „wichtige Informanten".

3. Nutzer*innenanalyse

Die Zielgruppe Sich im Hinblick auf demografische Merkmale von Assistenznehmer*innen oder Anteilen von Assistenz-Arten auf belastbare quantitative Informationen zu berufen, stellt keine einfache Aufgabe dar, da solche Daten nicht systematisch erhoben werden. Stattdessen werden Bezieher*innen von Persönlicher Assistenz beim statistischen Bundesamt gemeinsam mit Leistungsbezieher*innen anderer Formen der Wiedereingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung erfasst. Die schlechte Datenlage wird von Interessenverbänden und Stellen, die Informationen zum Thema Persönliche Assistenz anbieten, regelmäßig kritisiert und erschwert das Erstellen aussagekräftiger User Profiles auf wissenschaftlich-empirischer Basis.

4. Die Dienstplangestaltung

Dienstplanmanagement im Fokus des Projekts Die Dienstplangestaltung erfolgt in der Regel für den Folgemonat. Für die meisten Assistenznehmer*innen und Assistent*innen ist dies der beste Kompromiss aus Planungssicherheit und Flexibilität. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Pläne für zwei Folgemonate erstellt werden. Kritische Zeiträume wie die Feiertage am Ende Jahres erfordern zudem häufig eine frühzeitige Planung. In der Persönlichen Assistenz ist die Zahl an möglichen Arbeitsstunden durch den Bedarf der Assistenznehmer*innen determiniert.

5. Szenarien

Inhalte folgen Was sind Szenarien? Szenarien im Projekt-Konzext Experience Mapping Narrative Szenarien

7. Formalisierte Anforderungen

Was sind Anforderungen? Anforderungen sind definiert als „eine Bedingung oder Fähigkeit, der ein System entsprechen muss" (Gabriel 2022[2]: 21). Sie werden in der Regel in natürlicher Sprache verfasst (vgl. Rupp 2014:216) und sollten konsistent und eindeutig sein. Anforderungsschablonen, wie sie von Chris Rupp und Rainer Joppich in xxxxxxxx vorgestellt werden, helfen dabei, Anforderungen systematisch zu dokumentieren. Je formalisierter die Anwendung der Schablonen erfolgt, desto klarer treten die Anforderungen hervor und desto leichter lassen sich system- oder ablauftechnische Spezifikationen aus der Analyse ableiten.

4. Die Dienstplangestaltung

Dienstplanmanagement im Fokus des Projekts

Die Dienstplangestaltung erfolgt in der Regel für den Folgemonat. Für die meisten Assistenznehmer*innen und Assistent*innen ist dies der beste Kompromiss aus Planungssicherheit und Flexibilität. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Pläne für zwei Folgemonate erstellt werden. Kritische Zeiträume wie die Feiertage am Ende Jahres erfordern zudem häufig eine frühzeitige Planung.

In der Persönlichen Assistenz ist die Zahl an möglichen Arbeitsstunden durch den Bedarf der Assistenznehmer*innen determiniert. Es ist (mit seltenen Ausnahmen) nur eine Assistenz im Einsatz, die Verteilung der Arbeitsstunden entspricht daher einem Nullsummenspiel.


Welche Faktoren beeinflussen die Einsatzplanung?

Eine erfolgreiche Dienstplangestaltung fußt auf verschiedenen Faktoren:

Team und Bedarfsdeckung

  • Wie viele Stunden am Tag/ in der Woche/ im Monat wird die Assistenz benötigt?
  • Wie viele Assistent*innen arbeiten im Team?
  • Welche Stundenvereinbarungen sind mit den einzelnen Assistent*innen getroffen worden?
  • Sind die Fähigkeiten der Assistent*innen und ihre bevorzugten Einsatzzeiträume breit genug gestreut, um den Planungszeitraum zuverlässig abzudecken und alle Vorhaben realisieren zu können?

Verfügbarkeiten

  • Wann und auf welche Art müssen die Assistent*innen ihre Angaben einreichen?
  • Wie viele verfügbare Tage müssen die Assistent*innen angeben, um die Bedarfsdeckung sicherzustellen?
  • Wie viele Tage dürfen Assistent*innen am Stück “blockieren”, ohne Urlaub zu beantragen?

Zeitplanung

  • Wann wird der Dienstplan erstellt?
  • Wann müssen die Angaben zur Verfügbarkeit spätestens eingereicht werden?

Ausgleich

  • Wie kann erreicht werden, dass alle Assistent*innen die ihnen zugesicherte Stundenzahl weder zu stark unter- noch überschreiten?
  • Wie kann ein gutes Verhältnis zwischen garantierter Arbeitszeit für Assistent*innen und Versorgungssicherheit für Assistenznehmer*innen hergestellt werden?

Überstunden

  • Die Assistenz erfolgt häufig in 24-Stunden-Blöcken. Bei Ausfällen kann sich daher schnell eine hohe Zahl an Überstunden für die Assistent*in ergeben, die einspringt und die Schicht(en) übernimmt.
  • Manche Assistenznehmer*innen und Assistenzdienste zahlen deshalb ein Flexgehalt aus, das immer die konkrete Zahl an Arbeitsstunden abrechnet.

Dienstplanmanagement im laufenden Planungszeitraum

Zusätzlich zum Erstellen neuer Dienstpläne muss auch der laufende Planungszeitraum gemanaged werden.

Arbeitszeitdokumentation

  • Welche Änderungen treten im laufenden Planungszeitraum auf? Gründe für solche Änderungen können Verspätungen, Ausfälle oder ein Schichttausch zwischen Assistent*innen sein.
  • Wie werden Abweichungen dokumentiert?

Ausfallmanagement

  • Wer kann einspringen, wenn ein*e Assistent*in ausfällt?
  • Wie können möglichst zeitnah Rückmeldungen von allen Assistent*innen erhalten werden?
  • Falls niemand die Schicht komplett übernehmen kann, ließe sie sich zwischen zwei oder mehreren Assistent*innen aufteilen?
  • Gefährdet eine Aufteilung der Schicht die Tagesplanung? Wann und wo würde der Wechsel stattfinden?

Beispielhafter Ablauf

Experience Map und HTA folgen


Herausforderungen, Risiken, Schwierigkeiten

Abbildung folgt


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